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THIEVERY CORPORATION - The Richest Man In Babylon

[2002 . 18th Street Lounge 4LP/CD: ESL 060]


Kaum ein angesagter Club oder eine hippe Boutique, die in den
vergangenen Jahren nicht Downbeat erklingen lies. Insofern dürfen
Thievery Corporation als bekannt gelten, denn zweifellos sind sie eine der führenden Acts diese Genre. Zu Recht, wie sie auf ihren nunmehr dritten Album (ihre diversen Mix-Alben nicht mitgerechnet) unter
Beweis stellen. Auf "The Richest Man In Babylon" vermischen sich Down-Tempo Beats mit Globalen Rhythmen. Dass Eric Hamilton und Rob Garza diesen eingängigen Stilmix mit höchster Finesse beherrschen, dürfte maßgeblich zu ihrer herausragenden Stellung
beigetragenhaben. Erstaunlicherweise kommen Thievery Corporation ausgerechnet aus der nicht gerade als kulturelle Hochburg verschrieenen US-amerikanischen Hauptstadt Washington, DC. Zu Unrecht dieses Argument, denn in den vergangenen Jahren hat sich in Washington tatsächlich eine interessante Clubszene entwickelt. Über die Grenzen hinaus bekannt ist sicherlich Thieverys Homebase, die 18
th Street Lounge. Zudem sind auf ihrem gleichnamigen Label in den vergangenen Jahren eine Reihe interessanter Platten erschienen.

Das neue Thievery-Album ist eine rasante Downbeat-Reise mit pan-globalem Flavor: Sounds und Rhythmen aus Brasilien (Bossa Nova), Jamaika (Dub & Reggae), Indien und dem Mittleren Osten vermischen sich mit Paris House und Modern Dancehall. Damit ist "The Richest Man In Babylon" näher an Leftfield, Air und in die Rubrik ‚Weltmusik' eingeordneten Acts wie Ekova als Thieverys Vorgängeralben. Nach wie vor tragen natürlich ihre hochkarätigen Gastsängerinnen und Gastsänger zum Gelingen des Albums bei. Emiliana Torrini schwebt über dem Dope-House-Opener "Heaven's Gonna Burn Your Eyes", die Französin LouLou singt Farsi auf "Omnid (Hope)", das Dub/Dancehallstück "The State Of The Union" featured Shinehead und Sleepy Wonder und das Latin beeinflusste "Meu Destino (My Destiny) " erklingt in portugiesisch Dank Patrick DeSanto. Global Village also, perfekt produziert.
"The Richest Man In Babylon" ist damit Thiverys bislang ausgereiftestes, aber auch vorhersehbarstes Album. Der Charme des Alternativen, leicht Unausgereiften ist dem Perfektionismus gewichen. Das gibt dem Album keinen Abbruch - sehr gut ist es allemal - Thievery Corporation sollten allerdings aufpassen nicht zur Karrikatur ihres eigenen Schaffens zu werden.

[tvd]


Tracklisting:


01. Heaven's Gonna Burn Your Eyes

02. Facing East

03. The Outernationalist

04. Interlude

05. Omid (Hope)

06. All That We Perceive

07. Un Simple Histoire (A Simple History)

08. Meu Destino (My Destiny)

09. Exilio (Exile)

10. From Creation

11. The Richest Man In Babylon

12. Liberation Front

13. The State Of The Union

14. Until The Morning

15. Resolution


Related Websites:


18th Street Lounge:

http://www.eslmusic.com/

4AD:

http://www.4ad.com/

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