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CURE - Join The Dots: B-Sides And Rarities/1978-2001 - The Fiction Years

[2004 . Universal: 981463-0 (4CD)]


"The first thing I ever did when I got a new single was flip it over and play the other side. I always hoped the B-side would give me another version of the artist, something as good as the A-side but somehow different. I expected great B-sides from the artists I loved..." (Robert Smith)

1976 starteten Robert Smith, Lawrence Tolhurst und Michael Dempsey als The Easy Cure und genau vor 25 Jahren - im Januar 1979 - erschien als The Cure ihre erste Single auf dem Indielabel Fiction: das grandiose existentialistisch-minimalistische "Killing An Arab". Zahlreiche grandiose Singles und wegweisende Alben folgten. Anlass genug also, endlich eine umfassende B-Seiten und Raritäten-Box zu veröffentlichen - und gleichzeitig einen Rückblick auf die Liaison zwischen The Cure und dem Label Fiction, das sie 2003 verließen, zu werfen.

Auf insgesamt vier CDs, die glücklicherweise chronologisch angeordnet sind, bietet sich die Möglichkeit, die nicht ganz so bekannte Geschichte von The Cure nachzuvollziehen. Insbesondere die teilweise sehr schwer zu bekommenden B-Seiten, später aber auch Soundtrackbeiträge und Remixe sind hier (fast) vollständig enthalten.

Den Einstieg bilden die ersten neun Jahre, ihre zweifellos beste und vor allem stilprägendste Zeit (auch wenn hernach mit "Kiss Me Kiss Me Kiss Me" und "Disintegration" noch zwei ihrer besten Alben folgen sollten). "10:15 Saturday Night", die erste B-Seite, hat sich ihrerseits zum Klassiker gemausert. Und auf ebenso hohem Niveau geht es weiter. Selbst verspielt-krude Songs wie "Mr. Pink Eyes" sind toll. Kein wirklicher Ausfall auf dem ersten Part, stattdessen wahrlich große Songs einer großen Band! Einzig das Fehlen einiger wirklich schwer zu bekommenden Raritäten irritiert. So sucht man nach dem 1979 unter dem Pseudonym Cult Hero erschienenen "I'm A Cult Hero" ebenso vergeblich, wie nach den Tracks des nur in der Doppel-MC-Edition von "Faith" veröffentlichten Soundtrack zum Film von Simon Gallups Bruder Ric "Carnage Visors". Darüber hinaus berücksichtigt die gesamte Box lediglich die im Studio eingespielten Songs. Sämtliche Live-Versionen fehlen vollkommen. Auch dies ist eigentlich unverständlich, denn bspw. "Faith" in den Liverversion als B-Seite von "Charlotte Sometimes" ist ebenso grandios und schwer zu bekommen, wie "Killing An Arab" als B-Seite zu "The Hanging Garden". Zudem erschien zur grandiosen Liveplatte "Concert" - ebenfalls nur als MC - eine limitierte zweite Zusammenstellung von Livetracks unter dem Namen "The Cure Anomalies 1977-1984": die einzige Möglichkeit "Heroine Face", "Forever" und "All Mine" zumindest in der Liveversion zu bekommen.

Teil zwei der Reise würdigt die kurze Phase von "Kiss Me... " bis "Disintegration", und ebenso wie die beiden Alben sind auch die B-Seiten durchweg hörenswert. Der Zeit angemessen haben auch The Cure angefangen, ihre Songs remixen zu lassen (welches letztendlich im Album "Mixed Up" mündete). Die Mixe sind allesamt ein nettes Zeitzeugnis, wirklich erhebend jedoch nicht. Und das ausgerechnet das wunderbare "How Beautiful You Are" durch den Mixer gejagt wurde, ist eigentlich unverzeihlich. Leider wurde auch hier auf einige Remixe verzichtet, vor allem jene von älteren Songs ("Let's Go To Bed" oder "Primary"). Lustig hingegen Cures erste Coverversion, das Doors Tribute "Hello I Love You".


Part drei deckt die wohl schwächste Phase von The Cure ab. War das 1992er Album "Wish" noch nett, ist "Wild Mood Swings" geprägt von Einfallslosigkeit. Umso erstaunlicher, dass The Cure während der vier Jahre wirklich sehr gute Songs veröffentlichten. Alleine der Einstieg "This Twilight Garden" (als B-Seite zu "High") ist dem gesamten Album "Wish" überlegen. Daneben entdeckten The Cure die große Welt der Soundtracks. Zu den Filmen "The Crow" und "Judge Dredd" steuerten sie jeweils exklusive Tracks bei ("Burn" und "Dredd Song") - beides wirklich gute Songs! Auch die Berücksichtigung von "Purple Haze", im Rahmen des Jimi Hendrix Tribute-Album "Stone Free" erschienen, ist erfreulich. Wirklich rar zudem das wunderbare "Young Americans" (ein David Bowie Cover), ursprünglich auf der "Radio.XFM Compilation" veröffentlicht.

Beendet wird die 4CD-Box mit Raritäten aus den vergangenen Jahren. Hier finden sich eine ganze Reihe bislang unveröffentlichter Songs. Zudem der Bonustrack "Coming Up" zum hochgelobten Album "Bloodflowers". Die Mixe pendeln zwischen überflüssig ("A Forest") und nett - einzig das Curve-Rmx von "Just Say Yes" ist mehr als hübsch.

Alles in allem eine wirklich sehr gute und umfassende Box, die zudem mit einem 70-seitigem Booklet einen Haufen Zusatzinformationen und Bilder bereithält. Bedauerlich ist nur das Fehlen einiger wirklicher Raritäten...

[tvd]


Absolutely Standout Tracks: 10:15 Saturday Night, Plastic Passion, Do The Hansa, I'm Cold, Another Journey By Train, Just One Kiss, Splitered In Her Head, The Dream, The Upstairs Room, Mr. Pink Eyes, New Day, The Exploding Boy, A Few Hours After This..., A Man Inside My Mouth, Stop Dead, A Japanese Dream, Snow In Summer, Out Of Mind, 2 Late, This Twilight Garden, Burn, Dredd Song


Tracklisting:


1/2